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ELEKTRISCHE STRAßENBAHN und BAHNHOF

ELEKTRISCHE STRAßENBAHN

Das ist eine der drei verbliebenen Säulen, Oberleitungsträger der alten Straßenbahn in Pula.

Anfang des 20. Jh. haben die Industrialisierung und die schnelle technische Entwicklung im damaligen Hauptkriegshafen der Österreichisch-Ungarischen Marine ein beneidenswertes Beispiel einer modernen weltbürgerlichen Stadt damaligen Europas geschaffen.

Anfang 1904 wurden die erste Stromzentrale und die Straßenbahninfrastruktur gebaut. Besonders dank dem Industriellen J. L. Munz, der auch grandiose Villen in der Straße, in der Sie sich befinden, gebaut hat. Die Straßenbahn hatte ihre erste Fahrt am 24.03.1904 und schon am ersten Tag sind damit 6.500 Fahrgäste gefahren, und in den nächsten Monaten sind durchschnittlich im Monat bis zu 100.000 Personen befördert worden. Die ganze Bahnstrecke von dieser Haltestelle bis zur letzten Haltestelle beim Kaiserwald war sieben Kilometer lang, und auch die Strecke bis Fažana und Vodnjan war geplant, wurde aber nie realisiert. Es ist interessant, dass die Gleisbreite der Straßenbahn in Pula gleich wie Bahngleise war, so dass die Gleise nach Bedarf genutzt wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Straßenbahn an ihrer Bedeutung, denn die Busse haben ihr Konkurrenz gemacht. Die letzte Straßenbahnfahrt erfolgte am 16.06.1934. Nach einigen Angaben hat die italienische Armee versucht, sie gemeinsam mit Gleisen nach Äthiopien zu transportieren, konkrete Beweise für diese Absicht sind nicht vorhanden. Außer einigen Fotos und kollektiver Erinnerungen, sind davon nur diese drei Säulen, einige Metallhacken an Gebäuden und ein Teil der Gleise am Ufer verblieben. Die Erinnerung an eine Zeitperiode in der Geschichte von Pula ist eine wichtige Verbindung für uns alle, und ein Imperativ zu ihrer Wiederbelebung.

Vorbereitet von: Verband „K.u.K. Pula”

BAHNHOF

Die Österreichisch-Ungarische Monarchie hat Pula übers Land mit der Welt verbunden. Bis 1876 als die Bahn kam, erfolgte die Lieferung und der Verkehr ausschließlich über See, und über Steinstraßen verkehrte nur die Postkutsche. Mit der Ankunft der Bahn in Pula erhöhte sich die Effizienz vor allem im Schiffbau und in der Militärindustrie sowie in der Bauentwicklung der Stadt. Nur in ein paar Jahren wurden ganze Stadtviertel neugebaut, nach zwei Jahren wurde die Bahnstrecke mit dem Arsenal verbunden. Diese Bahn wird auch heute teilweise genutzt. Mit dem Zug wurden auch Lebensmittel geliefert. Am Anfang des Ersten Weltkrieges wurde somit sehr oft auch Bier geliefert. Das wundert nicht, weil damals in Pula 100.000 Menschen gewohnt haben, unter denen auch viele Soldaten. Mit der Bahn wurden auch Teile für Wasserflugzeuge, die an der Insel Katarina zusammengebaut und später an umgebenden Flugplätzen genutzt wurden, geliefert. Auch U-Boote aus Deutschland wurden geliefert. Der Bahnhof in Pula war mehrmals auch Gastgeber von Kaiser Franz Josef und  seiner Sissi sowie anderen Mitgliedern der Kaiserfamilie. Einige alte Lokomotiven haben das letzte Jahrhundert überlebt und uns allen die Umrisse der Geschichte dargestellt; eine schöne Zeitperiode unserer Zivilisation. Außer ihnen ist dieses riesige Gebäude der Zeuge aller diesen Ereignisse und fordert von uns die Beehrung, um den menschlichen Fortschritt besser zu verstehen.

Vorbereitet von: Verband „K.u.K. Pula”