Park Valeria

Er entstand als Folge der Erweiterung der Parkgrünanlagen in Richtung Amphitheater von 1890 bis 1893 und stellte den Gipfel der Parkkunst in dieser Zeit in Pula dar. Die Mittel für die Parkanlage wurden durch einen Gemeindebeschluss vom Jahr 1890 gesichert, nachdem je 2000 Forint im Laufe von drei Jahren dafür bereit zu stellen waren. Den Namen bekam er zur Erinnerung an die Königin Valeria.
Der Park hat die Form eines Dreiecks und befindet sich unterhalb der schönen antiken Arena. Er war und blieb das Ziel aller Besucher. Der ganze Park ist eine Ansammlung geometrischer Schnittformen (Kugeln, Quadrate, Kegelschnitte und Halbkugeln), wofür die Arten genutzt wurden, die schön geformt werden können, z.B. Lorbeer, Gemeiner Schneeball, Buchsbaum und Liguster. Die Wege in diesem Park, zum Unterschied zum vorher erwähnten, sind regelmäßig und rechtwinkelig angelegt. Die zentrale Anlage in diesem Park war der Springbrunnen, in dem 1897 eine Messingstatue Amors errichtet wurde. Er wurde nach einigen Jahren entfernt, an seiner Stelle stellte man im Jahr 1904 das Denkmal der österreichischen Kaiserin Elisabeth auf. Das wurde im Jahr 1934 niedergerissen und entfernt, um im Jahr 1940 an seiner Stelle die römische Wölfin mit Romulus und Remus aufzustellen. Nach dem 2. Weltkrieg ließ das die italienische Regierung abtransportieren, an ihrer Stelle stellte man im Jahr 1953 ein Matrosendenkmal auf, das dem Aufstand der Matrosen aus dem Jahr 1918 gewidmet war, aber auch dieses Denkmal wurde im Jahr 1995 entfernt.

Zur Zeit der italienischen Regierung trug der Park des Namen des Prinzen Umberto. Die Pflanzenarten in diesem Park waren ähnlich denen am Monte Zaro. Da findet man Zedern, Zypressen, Yuccapalmen, verschiedene Zwergpalmen, Lorbeer, Oleander, Eiben und Schneeball.
Die Eiben (Taxus boccata) sind eine in Kroatien geschützte Pflanzenart. Das ist ein wahrer Schatz, so schön entwickelte Exemplare als Erbe im Park zu haben. Alles an ihr ist giftig, außer dem Dekorativen, Rötlichen der Fruchthülle. An einer der Pflanzen findet man entweder männliche oder weibliche Blüten, deswegen müssen beide Arten beisammen sein, wenn man schöne Früchte erhalten möchte. Die Eibe verträgt den Schnitt sehr gut, deswegen ist sie dankbar für die Gestaltung und Bildung verschiedenartiger Formen, ausgezeichnet verträgt sie städtische Bedingungen. Hier wie auch im Marinepark finden wir wunderschöne Exemplare des Mamutbaums, Exoten, die sicherlich keinen Parkbesucher gleichgültig lassen.

Die Gemeine oder Mittelmeerzypresse (Cypressus sempervirens) ist eine Art, die fast in allen Parks von Pula vertreten ist. Wir finden sie in zwei Formen, der horizontalen und fast pyramidenförmigen, die als gradlinige Anordnung bei der Gestaltung der Parks verwendet wird. Es ist bekannt, dass schon die Griechen und Römer Zypressenzweige in ihren Heimen zur Desinfektion der Räume benutzten. Außerdem dient das ätherische Öl der Zypresse zur Stärkung des Immunsystems, beeinflusst vorteilhaft die Atemwege und die Zirkulation und hat eine außergewöhnlich beruhigende Wirkung.
Die Yuccapalme (Yucca gloriosa) stammt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika. Mit ihren großen, weißen, aufrecht stehenden Blüten zieht sie schon im späten Winter die Aufmerksamkeit auf sich.
Heute wie auch vor hundert Jahren überwiegen in diesem Park Lorbeersträucher, die mit geschickten Scheren der Gärtner zu verschiedenen Formen gestaltet wurden.

Der Lorbeer (Laurus nobilis) ist eine für dieses Klima typische Art, er wächst auf natürliche Weise am ‹bergang der Mittelmeer- und südlichen Mittelmeerwälder. Er hat sehr üppige gelbe Beeren, die Blätter, der Stamm und die Früchte sind reich an ätherischen Ölen. Deswegen ist es gut ihn aus therapeutischen Gründen bei Erkrankungen der Atemwege in der Nähe zu haben. Wenn man die Luft mit dem ätherischen Öl des Lorbeer besprüht, können Infektionen verhindert werden. Außerdem ist er ein unumgängliches Gewürz zu mediterranen Speisen, denen er einen typischen Geschmack verleiht. Es ist ein alter Glaube, dass der Lorbeer vor Blitz, vor dem Bösen und vor Infektionskrankheiten schützt, deswegen pflanzte man ihn oft in der Nähe der Häuser. Der Lorbeerzweig ist seit Alters her Symbol für den Ruhm, aber auch der Auferstehung, so dass die Römer Lorbeerkränze zu Neujahr an Türen anbrachten.

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