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Festungen in Pula – eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten warten auf Ihre Entdeckung

Machen wir gemeinsam einen Spaziergang durch einige Festungen von Pula.

Die Stadt mit dreitausend Jahre alten Geschichte Pula ist nach seinen kulturgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten weltweit bekannt. Nennen wir nur das sechst größte Amphitheater weltweit, die Arena, oder das Doppeltor, den Augustus-Tempel, den ausgezeichnet erhaltenen römischen Forum oder den Stadtpalast, doch der Öffentlichkeit ist in der Regel das Erbe der Österreichisch-Ungarischen Monarchie aus dem 19. und dem Anfang 20. Jahrhunderts, das zweifellos einen bedeutenden kulturell-historischen Wert darstellt, weniger bekannt. Es handelt sich eigentlich um die ganze Stadt Pula, die im Zeitraum vom 1820 bis 1916 architektonisch als eine Stadtfestung errichtet wurde. Einst der Haupthafen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie Pula und seine Umgebung werden mehr als ein Jahrhundert lang von 26 riesigen Festungen oder Fortifikationen, acht Kanonenbatterien, sechzig anderen Batterien, Schanzen, unterirdischen Tunnel und viele anderen interessanten Bauten geschützt. Der Außenring der Festungen von Pula erstreckt sich auf 40 tausend Hektar und die Legende sagt, dass alle Festungen mit einem Netz unterirdischer Tunnel verbunden wurden. Besonders interessant ist die Geschichte, wie die Festung Marija Luisa auf Muzil mit der Festung auf der Insel Brijuni durch einen Unterwassertunnel verbunden wurde.

Die Aufgabe der Festungen war, die Stadt von Meeresangriffen zu schützen und sie wurden so gebaut, sich gegen jeden Angriff abzuwehren – und gerade deswegen hatten sie eine Kreis- oder Ringform, so dass die Granaten gegen die aufprallten. Alle wurden auf ausgezeichneten Positionen gebaut, vor allem auf den Warten, woher sich auch heute ein seltsamer Blick erstreckt.

Die Festungen von Pula und seiner Umgebung dienten nie der Stadtverteidigung, obwohl einige Daten zeigen, dass zum Beispiel 1915 die Garnisonbesatzung aus sogar 1.410 Offizieren und etwas mehr als 51 tausend Soldaten bestand. Dank wahrscheinlich auch der Tatsache, dass die Festungen nie vom Meer überfallen wurden, hat Pula heute einen wichtigen gesamt erhaltenen Baukomplex, der dank vor allem den Enthusiasten allmählich revitalisiert wird und in der Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnt. Die Festungen erhalten langsam ihre neue der heutigen Gesellschaft passende Verwendung.

Machen wir gemeinsam einen Spaziergang durch einige Festungen von Pula.

Monsival ist ein Hügel im touristischen Teil der Stadt Pula und auf seiner Spitze befindet sich Fort Bourguignon, ursprünglich Fort Monsival genannt. Die Festung wurde von 1861 bis 1866 als ein kreisförmiges zweistöckiges Gebäude mit kleinem Kreishof im Zentrum gebaut.

Fort Bourguignon, der seinen Namen nach erstem Kommandanten von Arsenal, dem belgischen Grafen im Dienst der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, bekam, ist ein wahres Beispiel der Anpassung österreichischer Festungen an Kultur und Unterhaltung, ohne den Bau-, Architektur- und Denkmalwert zu beeinträchtigen. In den letzten Jahren wurden in dieser Festung Konzerte, Performance und Techno-Partys veranstaltet. Falls Sie das oben Erwähnte nicht interessiert, und Sie vielleicht Ihren Urlaub in den bekannten touristischen Villen und Ferienwohnungen auf Zlatne stijene über dem wunderschönen Stadtstrand in Pula verbringen, machen Sie einen kleinen Spaziergang bis zum Hügel Monsival, schauen Sie in die Fluren von Fort Bourguignon und genießen Sie den Blick, der sich von dieser Festung erstreckt.

Auf der Halbinsel Verudela bekannt nach ausgezeichneten Hotels und touristischer Anlage, wo viele Touristen ihren Urlaub verbringen, befindet sich  die Uferfestung Verudela. Sie wurde wie andere Festungen in Pula im Zeitraum von 1881 und 1886 gebaut. Unter der Herrschaft der Österreichisch-Ungarischen Monarchie war sie bis1918 und dann übergeht sie in die Hände italienischer Streitkräfte. Leider verlor sie dann ihr erkennbares Aussehen, weil von der Festung alle Metallobjekte entfernt worden sind, samt den imposanten Kanonen. Nach dem Untergang von Italien wurde die Festung von der deutschen Streitkräften genutzt und nach 1945 war die Festung im Besitz der Jugoslawischen Volksarmee.

In den Fünfzigern beschließt die Armee, dass sie die Festung nicht mehr braucht und übergibt sie der Stadt Pula in den  Eigentum,  die Stadt übergibt sie einem Touristikunternehmen, dass in ihren Räumen Geschäfte, einen Frisörsalon, ein Gastrobjekt und eine Diskothek eröffnet. Viel später 2002 wird die Festung vom Aquarium Pula übernommen und dieser Raum ist wegen ihren interessanten Inhalten wirklich sehenswert. Die Ausstellung von Aquarium stellen rund 50 Wasserbecken  im Erdgeschoß, in der Schanze und im ersten Stock der Festung Verudela dar. Bei der Besichtigung von Aquarium gibt es die Möglichkeit, sich die Festung mit gut erhaltenen Zimmern und Tunnels, die Fotoausstellung über Festungen von Pula sowie die Ausstellung der Arbeiten des Internationalen Workshops für Fortifikationsarchitektur anzuschauen. Nicht weniger interessant sind die tropischen Meeres- und Süßwasserfische, Fische aus europäischen Seen und Flüssen, die ihren neuen Aufenthaltsort in Pula nah dem Meer gefunden haben. Sehr interessant ist auch das Zentrum für Rehabilitation von Meeresschildkröten, aus dem oft einige erholte Schildkröten ins Meer gelassen werden.

In der Stadtviertel Vidikovac, viel früher als 1978 in diesem Gebiet die größte Wohnanlage mit mehr als tausend Wohnungen in Pula gebaut wurde, wurde die Festung Casoni Vecchi oder Fort Monteparadiso gebaut. Die Festung wurde natürlich 1853 von der k.u.k. Monarchie zum Schutz des Haupthafens als seiner Kriegsmarine gebaut. Die Festung hat 16 Kasematten, von denen nur eine als kein Kanonenplatz gedient hat. Fort war von der Hinterseite auch für den Nahkampf ausgerüstet, und seine Unangreifbarkeit sicherten zwei bewegbare Brücken sowie die umgebenden Schanzen. Die Festung wurde aber 1992 von jungen Leuten im später „Monteparadiso“ genannten Verein „erobert“. Damals haben sie wahrscheinlich nicht davon geträumt, dass die Geschichte Pulas eine der ausgeprägtesten Assoziationen der Underground Szene in Pula bezeichnen wird. Im August desselben Jahres fand in dieser Festung das erste Monteparadiso Festival, eines der längstlebigen Hardcore Punk Festivals, das Pula in den Mittelpunkt jeder europäischen subkulturellen Ereignissen gebracht hatte, statt. Das Festival wurde bis 2000 in dieser Festung organisiert und danach zieht es in die ehemalige Kaserne Rojc um. In siebzehn Jahre ihrer Tätigkeit haben sie diverse Projekte durchgeführt und ein Mittelpunkt für die Unterstützung unabhängiger nichtinstitutioneller und Non-Profit-Szene geworden. In dieser Festung in Pula waren im September letzten Jahres junge Demo Bands zu Gast und für die meisten von ihnen war das der erste öffentliche Auftritt.

Fort Punta Christo wurde Ende 19. Jahrhunderts von Österreich zum Schutz des Haupthafens seiner Kriegsmarine gebaut. Sie befindet sich auf der 45 m Meereshöhe und der Blick erstreckt sich auf den Eingang in die Pulaer Bucht, den Hafendamm und von der anderen Seite auf Muzil und Brijuni. Die Festung wird von einer tiefen Schanze, über die drei Eingänge führen, getrennt und im Inneren sind drei Höfe, aus denen man in die unterirdische Räume dieses wunderschönen Bauwerkes gehen kann. In der Festung gibt es sogar 270 Räume und sie erstreckt sich auf mehr als zehn tausend Quadratmeter. Danke einer Enthusiastengruppe aus dem Verein „Punta Christo“ wurde die Festung hingerichtet und dort können Programme veranstaltet werden. Zuletzt fand hier Halloween Party statt. Im Sommer werden in der Festung Kulturprogramme, Konzerte, Ausstellungen… veranstaltet. Wenn Sie sich in Ihrer Nähe befinden, besichtigen Sie sie. Es ist eine der schönsten Fortifikationen in Pula.

Fort San Giorgio oder Festung Sv. Juraj befindet sich auf dem Hügel Monte Ghiro in der unmittelbaren Nähe des Stadtfriedhofes. Wie viele andere Festungen hat sie eine Kreisform mit dem Durchmesser von 35 m, wurde aus Stein gebaut, mit rundem Hof und einer Zisterne in der Mitte. Von der Festung erstreckt sich ein interessanter und ungewöhnlicher Blick auf die Stadt.

In der unmittelbaren Nähe von Arena auf dem Hügel Monvidal befindet sich die gleichnamige Festung, die nach dem Abzug von Österreich ihre ursprüngliche Anwendung der Stadtverteidigung mehrmals wechselte. Fort Monvidal diente nachdem sie Ende Sechzigern letzten Jahrhunderts von der Armee verlassen wurde als Buchhandellager, danach wurden ihre Räume auch von einer Kunststofffirma genutzt. Interessant ist zu erwähnen, dass in diesen Räumen auch eine Night Bar war. Am Bau der Festung Monvidal nahm die Steinmetzwerkstatt der Familie Valli teil, die auch an vielen anderen Bauwerken in Pula gearbeitet hat. Von ihr wurde auch der zerstörte Bogen von Arena repariert.

Kehren wir noch einen Augenblick auf die Festung zurück, obwohl der Blick von dieser Festung vielleicht nicht so fantastisch wie von den anderen ist, wenn Sie aber nach Pula mit den Kindern kommen, können sie am gut eingerichteten Spielplatz im Außenhof der Festung spielen.

Im Komplex des Allgemeinen Krankenhauses Pula, das ihre Räumlichkeiten als Lager verwendet, befindet sich Fort San Michele.

Fort Stoja befindet sich auf der gleichnamigen Halbinsel und wurde wie die Reihe anderer Festungen 1884 von Österreich gebaut. Diese Festung schützte den südlichen Zugang in den Hafen von Pula und ist mit der Schutzschanze umgeben. Sie ist auch interessant, weil sie keine festen Dimensionen hat und mit vielen runden Betonblöcken markiert ist.

Auf der Halbinsel Muzil, die jahrelang ausschließlich der Armee und den Soldaten diente, hat sich auch den Bewohnern von Pula weniger bekannte Festung Fort Marie Louise beherbergt. Sie wurde an sehr wichtigen strategischen Position zur Verteidigung des Ankerplatzes des bekannten k.u.k. Hafens gebaut und wird als eine der größten Festungen dieser Art an der Adria aber auch breiter betrachtet. Letzten Sommer wurde in dieser Festung der Internationale Architektenkongress veranstaltet, doch die Festung Maria Louise auf 48 Meter Meereshöhe wartet darauf, entdeckt zu werden.